+++ Voraussichtlich im Frühjahr 2018 veröffentlicht der Rowohlt-Verlag einen Kriminalroman von mir. Lobhudelei in eigener Sache folgt zu gegebener Zeit +++

 

GUTEN TAG,

 

würden Sie Ihren Ehemann verlassen, weil eine Münze, die Sie geworfen haben, Kopf zeigt – und nicht Zahl? Würden Sie ein Geldstück in die Höhe schnippen und, je nachdem auf welche Seite es fällt, Ihren Job kündigen – oder bleiben?

 

Nicht? Das könnte ein Fehler sein. Unsere Entscheidungen machen uns zu den Menschen, die wir sind. Sie bestimmen, ob wir glücklich leben oder nicht, ob wir Mangel leiden oder ein Auskommen haben. Ob wir Erfüllung in der Liebe finden – oder einsam bleiben.

 

Genau das macht die Wahl so qualvoll: Wir wissen, wie viel von ihr abhängt. Deswegen wägen wir tage-, wochen-, monatelang das Für und Wider; liegen nächtens grübelnd wach. Erreichen einen Moment der Klarheit, der in einem festen Vorsatz mündet, den schon am Morgen kriechende Zweifel wieder zermürben.

 

Dann ist der Moment gekommen, dem Zufall eine Chance zu geben.

 

Das zeigt ein unglaubliches Experiment von Steven Levitt. Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler brachte tatsächlich gut 20 000 Menschen dazu, genau dies zu tun: eine Münze zu werfen, als sie vor einer Entscheidung standen.*

 

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Es ist Angela Merkels Job, Deutschlands Probleme zu lösen. Wenn sie wirklich dafür stehen würde, dass wir in Deutschland auch in zehn oder zwanzig Jahren noch "gut und gerne leben". Würde sie das ernst meinen, würde sie dafür richtig viel Geld in die Hand nehmen. Denn Probleme zu lösen, kostet nunmal Geld. Aber Merkel spart lieber. Das ist weder vernünftig noch berechenbar. Das ist einfach nur blöd.

 

Wenn man kurz vor der Rente steht, ist einem das vielleicht egal. Aber Angela Merkel ist eben nicht nur von den Alten gewählt worden. Es ist noch nicht bekannt, wie genau die jungen Wähler abgestimmt haben. Aber vor der Wahl fand das Umfrageinstitut YouGov heraus, dass junge Leute "das Mütterliche" an ihr schätzen.

 

Ich finde das seltsam: Willst du eine Mutter haben, die lieber ihre Kinder vernachlässigt, die Oma verwahrlosen, das Haus einstürzen lässt, als einfach einen Kredit aufzunehmen, für den ihr die Bank auch noch Geld schenken würde?

 

Die gute Nachricht ist, dass die Bundeskanzlerin einen Vorteil gegenüber deiner Mutter hat. Deine Mutter bleibt immer deine Mutter, auch wenn sie alles falsch macht. Ob die Bundeskanzlerin ihren Job behält, hängt von uns ab – den Wählern. Je mehr von uns finden, dass sie ihre Arbeit nicht gut erledigt, desto weniger Stimmen bekommt sie. Das ist am Sonntag schon passiert, aber es wird fürs Weiterregieren reichen. Ich finde, jeder von uns sollte 2021 noch genauer hinschauen: Wenn Angela Merkel dann wieder nichts für unsere Zukunft getan hat – dann sollten wir ihre Partei abwählen.

 

 

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* Auszüge aus zwei Texten von mir. Der erste, erschienen in GEO, ist eine Wissenschaftsreportage aus der Psychologie über das Treffen von Entscheidungen. Der zweite, erschienen bei Vice, ein Kommentar zur Bundestagswahl 2017.

 

Was Sie gerade von mir lesen können...

 

...oder kürzlich lesen konnten:

 

Vice, 25.9.17: Warum noch mal vier Jahre Merkel der größte Fehler sind, den wir bei der Bundestagswahl begangen haben

 

GEO, 9/17: Wie wir Entscheidungen richtig treffen – und warum es falsch ist, immer alles ganz genau wissen zu wollen

 

GEO Kompakt, 9/17: Warum Holz hart ist und trotzdem so biegsam

 

Merian, 8/17: Wie es den Rostockern gelang, aus ihrem niedergehenden Hafen wieder einen florierenden Umschlagsplatz zu machen

 

Leibniz, 7/17: Wie ein Wissenschaftlerpaar Familie und Karriere unter einen Hut bekommt – und welche Rolle Piroggen dabei spielen

 

GEO, 10/16: Wie Deutschland im Jahr 2066, in Zeiten des Klimawandels, aussehen wird – eine fiktive Rundreise

 

Merian, 10/16: Wie aus dem verschlafenen Passau eine weltoffene Universitätsstadt wurde. Und warum Vögel, die sich im Dom der Stadt in die Orgel verirren, manchmal erst als Gerippe wiederauftauchen

 

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